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M50_3-1

Die Kaufleute & besonders die Rheder
waren es, die vor allen Andern auf
Staatsschutz & Monopolien drangen; die
Manufakturiers ver-
langten & erhielten zwar auch Schutz, stan-
den aber fortwährend hinter den Kaufleu-
ten an politischer Bedeutung zurück. Die Han-
delsstädte, speziell die Seestädte, wur-
den einigermaßen civilisirt & großbürgerlich,
während in den Fabrikstädten die
größte Kleinbürgerei bestehen blieb. Vgl. Aikin pp
Das achtzehnte Jahrhundert war das
des Handels.Pinto sagt dies
ausdrücklich: Le commerce fait la ma-
rotte du siecle; und: depuis quelque
temps il n’est plus question que du
commerce, de la navigation & de marine.
- Die Bewegung des Kapitals, obwohl
bedeutend beschleunigt, blieb doch noch
stets verhältnißmäßig langsam. Die
Zersplitterung des Weltmarktes in einzel-
ne Theile, deren Jeder von einer
besondern Nation ausgeschlossen ausgebeutet wurde, die Ausschließung der Konkurrenz der Nationen unter sich
die Unbehülflichkeit der Produktion
selbst & das aus den ersten
Stufen sich erst entwickelnde Geldwesen
hielten die Cirkulation sehr auf.
Die Folge davon war ein krämerhaf-
ter, schmutzig-kleinlicher Geist, der
allen Kaufleuten & der ganzen Weise
des Handelsbetriebs noch anhaftete.
Zwar im Im Vergleich mit den
Manufakturiers & vollends den Hand-
werkern waren sie allerdings Großbür-
ger, Bourgeois, im Vergleich zu den Kaufleuten
& Industriellen der nächsten Periode
bleiben sie Kleinbürger
Vgl. A. Smith -
Diese Periode ist auch bezeichnet durch
das Aufhören der Gold & Silberausfuhrver-
bote, das Entstehen des Geldhandels, der
Banken, der Staatsschulden, des Pa-
piergeldes, der Actien & Fondsspekulation &, der
Agiotage in allen Artikeln, & der Ausbildung des Geldwesens überhaupt.,&.
Das Kapital verlor wieder einen
großen Theil der ihm noch anklebenden
Naturwüchsigkeit.
Die im siebzehnten Jahrhundert
unaufhaltsam sich entwickeln-
de Konzentration des Handels & der Ma-
nufaktur auf ein Land, England, schuf
für dieses Land allmählig einen relativen Welt-
markt & damit eine
Nachfrage für die Manufakturproduk-
te dieses Landes, die durch die bisheri-
gen industriellen Produktivkräfte
nicht mehr befriedigt werden konnte.
Diese den Produktionskräften über
den Kopf wachsende Nachfrage war
die treibende Kraft, welche die dritte